Ursula Krechel
Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, lebt in Berlin. Sie ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Als Lyrikerin debütierte sie 1977 mit Nach Mainz! und veröffentlichte seither zahlreiche Gedichtbände, darunter Beileibe und Zumute (2021). In der Frankfurter Rundschau schrieb Björn Hayer darüber: „Ursula Krechel (…) beweist in ihrer Dichtung hochintellektuelle Artistik. Das Poem erweist sich stets als Agora des konzentrierten Nachdenkens und Philosophierens, als Ort für ein Spiel mit Perspektiven und der Sprache.“ Für ihr lyrisches Werk wurde sie 2012 mit dem Orphil-Preis für Lyrik geehrt. Ihr Roman Landgericht (2012) wurde mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. 2019 erhielt sie den Jean-Paul-Preis für ihr Lebenswerk. 2025 wurde ihr der Georg-Büchner-
Preis verliehen.
Wäre es eine Option, einmal über Güte nachzudenken
Güte als eine Schneedecke, die sich über alles legt
(was ist alles?) Güte wie Milde, Großherzigkeit, Samt
und alle schönen Wörter, ins Schmuckkästchen gesperrt
Ursula Krechel, aus einem noch nicht publizierten Gedicht

