Podiumsdiskussion
MODERATION Maren Jäger
MIT Oksana Maksymchuk | Milena Marković
Mirjana Wittmann | Monika Rinck
SA 4. Juli 2026 | 16.30 Uhr
Theater Münster: Theatertreff
Neubrückenstraße 63 · 48143 Münster
Eintritt: 13 € / ermäßigt: 10 €
Gesamtkarte: 39 € / ermäßigt: 28,50 €
Sprechblasen lassen sich mit vielem füllen, und doch begegnen wir im sprachlichen Alltag immer wieder denselben Floskeln und Phrasen, der gleichen Propaganda. Omnipräsente Wiederholung erzeugt sprachliche Macht, und sie leiert die Wörter aus, bis klare inhaltliche Konturen und geteilte Wirklichkeitsbezüge aufgelöst sind. Übrig bleiben die Reflexe, die solche Leier-Wörter zuverlässig auslösen. Groß ist deshalb die Versuchung, die Poesie mit ihrer Kraft zu Differenzierung und sprachlicher Erneuerung, zu Präzision und Perspektivverschiebung als probates Gegenmittel zu feiern. Unter einem kritischen zweiten Blick allerdings wirkt das Verhältnis weniger eindeutig. Immerhin arbeitet auch die Poesie mit Wiederholung und Eingängigkeit, mit Ambiguität und emotional wirksamen Beziehungen zu Sprache und Wirklichkeit. Wenn sich Poesie und Phrase also in ihren Mitteln partiell überlagern, wo streben sie dann auseinander? Die Literaturwissenschaftlerin Maren Jäger diskutiert mit ihrem international und weiblich besetzten Podium, bestehend aus den Preisträgerinnen Milena Marković und Mirjana Wittmann sowie den Dichterinnen Oksana Maksymchuk und Monika Rinck, wie diese ihr Schreiben und Übersetzen in einer zunehmend von Gewalt und Repression geprägten Wirklichkeit erleben. Und Sie hören, welche Energien Sie von der Poesie heute erwarten dürfen, in einem gesellschaftlichen Klima, das Wörter einerseits panisch fürchtet, und andererseits dazu neigt, Sprache mit klischeegesättigten, algorithmisch vorverdauten Schlagwörtern zu verwechseln.























