Eine Ausstellung



Ausstellung in der Stadthausgalerie Münster

vom 3. – 24. Juli 2026

Eröffnung: Freitag | 3. Juli 2026, 18 Uhr

Öffnungszeiten: Mi – So | 12 – 18 Uhr (Eintritt frei)

Eröffnung mit Moritz Baßler

Moritz Baßler© Christoph Mukherjee

Prof. Dr. Moritz Baßler lehrt seit 2005 Neuere deutsche Literatur und Kultur­poetik an der Univer­sität Münster. Zu seinen Schwer­punkten ge­hören Pop- und Gegen­warts­literatur. Er ist Mit­heraus­geber der Zeit­schrift POP – Kultur und Kritik und war 2022–2024 in der Jury des Preises der Leipziger Buch­messe. Sein Buch Populärer Realismus. Vom Inter­national Style gegen­wärtigen Erzählens (2022) wurde in Literatur­kreisen viel diskutiert. Mit Comics und Lyrik kennt er sich weniger gut aus.


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Wo treffen sich Bleistifte und Worte, Verse und Sprech­blasen? Beim Lyrik­treffen finden Poesie und Comic erneut zuein­ander!
Wir haben das Format, das mit dem Lyrik­treffen 2024 als kleines koopera­tives Experiment gestartet wurde, weiter­ent­wickelt und auf die nächste Stufe gehoben. Ver­gleich­bar dem mittler­weile etablierten „Poetry Film“, wird ein neues Genre ins Leben gerufen: PoesieComic! Dazu haben wir erneut Comic­autor:innen und Dichter:innen nach Münster eingeladen, um in einem mehr­tägigen Labor beide Kunst­formen in Dialog zu bringen. Einblicke in die Kooperation wird es auf der großen Bühne geben, vor allem aber erfahren die ent­standenen Arbeiten mit der Ausstellung PoesieComic. Eine Begegnung eine umfas­sende Präsen­tation in der Stadt­haus­galerie Münster. Die Aus­stellung wird zum Auftakt des Lyrik­treffens mit Begleitung durch den Kultur- und Literatur­wissens­chaftler Moritz Baßler, Professor an der Universität Münster, eröffnet. Sie wandert im Herbst weiter ins Literarische Colloquium Berlin. Dabei schenkt auch die poetische Tradition dem dies­jährigen Poesie-Comic-Projekt einen wichtigen Impuls: Von Ingeborg Bachmanns Gedicht „Reklame“ mit seinem besänf­tigenden Säuseln „ohne sorge sei ohne sorge“ geht durch die Omni­präsenz medialer, digitaler und kriegerisch auf­gerüsteter Sprech­blasen heute eine neue Energie aus.
Die große Dichterin scheint in ihrem Jubiläums­jahr dem Lyriktreffen einen Wink zu geben – einen Funken, der beide Genres füreinander entflammen lässt.

#seimitsorge © Nadine Redlich

Reklame

Wohin aber gehen wir

ohne sorge sei ohne sorge

wenn es dunkel und wenn es kalt wird

sei ohne sorge

aber

mit musik

was sollen wir tun

heiter und mit musik

und denken

heiter

angesichts eines Endes

mit musik

und wohin tragen wir

am besten

unsre Fragen und den Schauer aller Jahre

in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge

was aber geschieht

am besten

wenn Totenstille

eintritt

(1956)


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