MODERATION

Jonis Hartmann, Aurélie Maurin und Anja Utler

Mit Interventionen durch die Künstler:innen
von „PoesieComic“

SA 4. Juli 2026 | 20 Uhr

Theater Münster: Kleines Haus
Neubrückenstraße 63 · 48143 Münster

Eintritt: 16 € / ermäßigt: 12 €
Gesamtkarte: 39 € / ermäßigt: 28,50 €

Vorverkauf und Informationen



Unterhaltsame Sprech­blasen, mühsame Sprech­­blasen – und die Poesie setzt an, sie platzen zu lassen. Das kann sich anhören wie bei Monika Rinck: „O Müder, wie müde du bist. Wie kann ich dich erheitern?“ Durch Still­stand und Über­gänge begleiten uns die Dichter:innen dieses Abends, durch die Spannung zwischen Er­schöpfung und dem „langen Atem“ der Literatur, wie ihn Büchner­­preis­trägerin Ursula Krechel in einem Inter­view gefordert hat. Auf das Still­stehen der Welt, in dem James Noël ein erkranktes Herz erkennt, antwortet die poetische Rede als Dreh der Wahr­nehmung, als Störung und Frage. Aufmerk­samkeit erheitert, wenn sie dem Kleinen zukommt, etwa der Amöbe bei Monika Rinck oder dem stimmlosen S in „nervös“ bei Ursula Krechel – und womöglich erweitert sie, wenn sie sich größeren Dingen zuwendet: der „Güte“ oder dem „Herz­asthma des Exils“ (Krechel, mit Thomas Mann), der Frage, wie die „Seele diese leere Stelle für sich rekla­mieren“ kann, wo ein Gefühl gelöscht wurde (Rinck), oder der Frage, ob Ankunfts­land und -sprache Platz bieten werden für die Erfahrungen von „Langzeit­­vertriebenen“ (Alqalaq). „Leicht­sinnig, wer glaubt, sein Herz sei hart“, konstatiert Abdalrahman Alqalaq, aber vielleicht lässt sich ja, mit Dirk Hülstrunk gesprochen, dieser „fehler       verwandeln“.


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